Ottobrunn

Ich bin in Ottobrunn geboren

Na, nicht ganz, meine Mutter war zum Zwecke meiner Geburt in einem Münchner Krankenhaus. Danach ging’s aber heim nach Ottobrunn, hier bin ich aufgewachsen! Jetzt erzähle ich einfach, was mir aus meiner ganz früheren Kindheit so im Gedächtnis hängen blieb:

Meine Uroma gehörte zu den ersten Siedlern in Ottobrunn

meine Wurzeln sind hier sozusagen festgebohrt. Damals gab es noch keinen massiven Zuzug und so bin ich unter „alten“ Ottobrunnern groß geworden, viele leben nicht mehr.

Rund um unser Haus war ein großer Garten, Obst und Gemüse wurde selbst angebaut. Ganz früher gab es auch noch Hühner und Schweine, der Holzstall steht heute noch! Das war mal Bauqualität. Na gut, es steht auch noch eine Garage von anno Zopf mit Asbestausstattung. Damals war das was Tolles.

Ottobrunn – romantisch

In unserem Garten gab es eine „Versitzgrube“, die wurde von meinem Vater einmal jährlich ausgelehrt. Das ging mit Muskelkraft, per Zinkeimer an einem langen Stil. Der duftende Baz kam in eine Schubkarre und dann auf die Komposthäufen – ergab wunderbarste Gartenerde. Irgendwann kam der Kanalanschluß, dazu wurde der halbe Garten aufgebaggert. Ach ja, es gab noch Winter! Mit so viel Schnee, so hoch, dass man keinen Iglu bauen musste. Es genügte einfach am Boden entlang Gänge zu graben. Und die Aschentonnen waren aus Metall, links und rechts je ein Griff. Darauf konnte man toll reiten – yihaaa. Runterfallen auch.

Die Siedlung an der Lenbachallee waren Wohnungen von Bundeswehrangehörigen und Soldaten. Kinder aus Neubiberg waren unsere „Feinde“ und mussten mit allen Mitteln aus unserem Land vertrieben werden. Die Friedrich-Rückert-Straße war ein Feldweg mit sensationellen Pfützen. Heute würde man sagen: Eine Seenlandschaft. In einem kleinen Hexenhäuschen um die Ecke wohnte eine alte Dame, die hatte – sensationell – eine Tiefkühltruhe und verkaufte im Sommer Eis.

Einkaufen in Ottobrunn

Ein kleiner Kramerladen am Bahnhof hatte einen Zapfhahn für die Milch und Bonbons gab es offen aus dem Glas zum Stückpreis. Damals holte man die Milch noch mit eigener Kanne, die auf dem Nachhauseweg ordentlich geschwenkt wurde. Im Kramerladen roch es nach einem Mischmasch aus allem was dort verkauft wurde, der angenehme Geruch hängt mir heute noch in der Nase. Ganz früher musste meine Oma immer zu Fuß immer bis nach Unterhaching zum Einkaufen! Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.Es gab auch eine Drogerie am Bahnhof, im „roten Haus“. Dorthin brachte mein Vater immer seine Fotos und Filme zum Entwickeln.

Waschtag in Ottobrunn

Oder Waschtag.. im Keller stand ein gigantisch großer Waschkessel, der wurde mit Holz befeuert. Erst hacken, dann eimerweise Wasser schleppen, einheizen.. Seife gab es allerdings zu kaufen. Wäsche rein, rühren, rühren, rühren. Dann kam das Waschbrett zum Einsatz. Also das Waschbrett bewegte sich ja nicht. Nur meine Oma, die Ihre Teile aus dem Wäscheberg einzeln darauf sauber schrubbte. Es roch nach Seife, es war dampfig. Die Wäsche musste ausgewrungen werden, echte Knochenarbeit so ein Waschtag. Ich kann mich erinnern, als die erste elektrische Wäscheschleuder im Keller stand. Die war sehr lange im Einsatz, ganz besonders dann, wenn selbstgestrickte Wollpullover gewaschen wurden.

Wenn mir was neues altes einfällt.. ich schreib es dann hier rein.

 

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